Berliner Platz orientiert sich an den Vorgaben des
Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Dies bedeutet vor allem, dass das vorrangige Ziel des Sprachunterrichts nicht die Vermittlung von (z. B. grammatischem) Wissen über die Sprache ist, sondern die Befähigung der Lernenden, Sprachhandlungen auszuführen, also erfolgreich zu kommunizieren. Der GER enthält keine grammatischen Lernziele, die Lernziele bestehen vielmehr in der Fähigkeit, kommunikative Handlungen auszuführen. Die Bedeutung der Grammatik wird dadurch nicht außer Kraft gesetzt, sie bekommt aber einen anderen Fokus: Sie hat dienende Funktion und soll die Lernenden instand setzen, ihre Sprechabsichten verständlich und erfolgreich umzusetzen. Wie wird diese Zielsetzung – neben dieser neuen Grammatikkonzeption – in
Berliner Platz umgesetzt?
- Themenwahl
Die Themen in Berliner Platz sind ganz auf die Bedürfnisse der Lernenden, auf deren Alltagswirklichkeit und auf die Vorbereitung der sprachlichen Bewältigung des Alltagslebens ausgerichtet. Mit dem eingeführten Wortschatz, den präsentierten Redemitteln und grammatischen Strukturen werden die Lernenden in die Lage versetzt, das Gelernte in realen Sprachhandlungen anzuwenden.
- Lernerautonomie und Eigenverantwortlichkeit
Die Lernerautonomie wird unterstützt durch die Lernzielangaben am Beginn eines jeden Kapitels. Damit und in den Abschnitten „Was kann ich schon?“ (in den Raststätten des Lehrbuchteils) können die Lernenden immer wieder ihren Lernerfolg selbst prüfen. Die Entwicklung von Lernstrategien und der Weg hin zu Eigenverantwortlichkeit und einer aktiveren Lernerrolle wird in den Abschnitten „Effektiv lernen“ (Raststätten und Arbeitsbuchteil), durch die vielen Lerntipps in den Glossaren und die Angebote zum Testtraining (ebenfalls im Arbeitsbuchteil) gefördert. Aber auch die Zusammenfassung der Redemittel auf der jeweils letzten Doppelseite eines Kapitels in der Rubrik „Im Alltag“ und die jeweils letzten Doppelseiten in den „Intensivtrainern“, in denen auch auf die eigenen sprachlichen Bedürfnisse der Lernenden eingegangen wird, tragen wesentlich zur Entwicklung des autonomen Lernens bei.
- Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten
In der bisherigen Fertigkeitsdidaktik hat man sich auf die Vermittlung sogenannter Verstehenstechniken konzentriert. In der Muttersprache setzt man automatisch außersprachliche Hilfen und Kontextwissen ein, um mündliche oder schriftliche Texte zu verstehen. Auch in der Fremdsprache sollen die Lernenden lernen, ihr Weltwissen zu aktivieren, außersprachliche Hilfen beim Textverstehen einzubeziehen, bereits vorhandene Kenntnisse in anderen Fremdsprachen zu nutzen usw. Alle diese Ansätze führen wir in Berliner Platz weiter. Die jeweils 4. Doppelseite der Kapitel (in Kapitel 1 nur eine Einzelseite) trägt die Überschrift „Deutsch verstehen“. Hier finden die Lernenden viele unterschiedliche Textsorten zur Schulung des Lese- und Hörverstehens, von denen ihnen die meisten immer wieder im Alltag begegnen.
Einen Schritt weiter gehen wir am Ende dieser Doppelseiten in dem Abschnitt „Strukturen verstehen“. Hier werden die Lernenden schon früh auf Strukturen des Deutschen hingewiesen, die sie zwar auf dieser Stufe noch nicht aktiv beherrschen können, deren Verständnis aber beim Lese- und Hörverstehen im Alltag nützlich für sie ist, und die darüber hinaus auf die spätere Aneignung dieser Strukturen vorbereiten.
- Projektvorschläge
Die Lernenden bekommen in ausgewählten Kapiteln Anregungen, wie sie das Gelernte in der Alltagswirklichkeit praktisch anwenden können, um z. B. auch mit ihrer Umgebung vertrauter zu werden und auch für andere Kursteilnehmer oder Kurse wertvolle Informationen zu beschaffen. In Kapitel 5 von Band 1 geht es z. B. um das Thema Einkaufen. Der Projektvorschlag in diesem Kapitel lautet: „Öffnungszeiten in Ihrer Region: Supermärkte, Kaufhäuser ... Machen Sie ein Informationsplakat für den Kursraum.“ Die Projektvorschläge in Berliner Platz bieten also Anknüpfungspunkte an den fremdsprachlichen Alltag der Kursteilnehmer/-innen. Im Rahmen eines Projektes werden die zuvor erworbenen Redemittel und Strukturen in kommunikativen Zusammenhängen und mit einer ganz praktischen, handlungsorientierten Zielsetzung angewendet: Hier geht es um den konkreten Alltag der Lernenden in ihrer persönlichen Umgebung.
Für den Einsatz in einem nicht-deutschsprachigen Umfeld, sind die Projektvorschläge im Buch nicht immer geeignet. Wir bieten deshalb im Internet für alle drei Bände von
Berliner Platz eine Vielzahl von Projektvorschlägen an, die in einer nicht-deutschsprachigen Umgebung durchgeführt werden können.